IT im Überfluss
Das Programm
Donnerstag, 09.10.2008
16:45 Uhr Eintreffen der Teilnehmer bei der Hochschule der Medien, Senatssaal im 3. OG
17:00 Uhr Mitgliederversammlung
18:00 Uhr Begrüssung der Konferenz-Teilnehmer und Präsentation innovativer Arbeiten von Studierenden der Hochschule der Medien
19:45 Uhr Weg zur S-Bar (im selben Gebäude)
20:00 Uhr Come Together mit Buffet in der S-Bar
Dinner Speech: Prof. Dr. Albert Endres
Gründungschairman des German Chapter of the ACM
German Chapter of the ACM – eine Rückschau
 
Freitag, 10.10.2008
08:30 Uhr Eintreffen der Teilnehmer im IBM-Entwicklungszentrum Böblingen
09:00 Uhr Gerhard Schimpf
Chairperson des German Chapter of the ACM
Begrüssung und Eröffnung der Veranstaltung

09:10 Uhr Erich Baier
Geschäftsführer IBM Deutschland Research & Development GmbH
Begrüssung im IBM-Entwicklungszentrum

09:20 Uhr Prof. Dr. Stefan Jähnichen
Präsident der Gesellschaft für Informatik (GI)
Grußwort der Gesellschaft für Informatik (GI)

09:30 Uhr Prof. Dr. Albert Endres
Gründungschairman des German Chapter of the ACM
Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy
Fakultät für Informatik, TU München
Informatik überall, jederzeit und für alle

Informatikprodukte und ­dienste haben sich in den letzten Jahrzehnten zu wohlfeilen Gebrauchsgütern entwickelt. Der entscheidende Treiber dafür lag im Fortschritt der Halbleitertechnologien, wie er durch das Mooresche Gesetz beschrieben wird. Aber auch Fortschritte in der Software-Technologie und in der Mathematisierung und besseren methodischen Beherrschung und Strukturierung von Anwendungen haben dazu beigetragen.

Obwohl die Halbleitertechnologie verstärkt mit bisher nicht so gravierenden Problemen zu kämpfen hat und haben wird (Energieverbrauch, Wärmeabstrahlung und Verlustströme), ist anzunehmen, dass für Halbleiter der technische Fortschritt noch eine Weile anhalten wird. Die Lösungen bestehen einerseits in neuen Materialien, Schaltkreisen, Layouts und Architekturen (z.B. Mehrkern-Systemen), andererseits in besserer Isolierung und Kühlung. Noch stärker aber kommt es in Zukunft auf Fortschritte in der Software-Technologie an. Dabei muss sie nicht nur helfen, neuartige Hardware-Lösungen gezielt zu nutzen (etwa durch erhöhte Parallelisierung), sie muss vor allem den Anforderungen immer neuer Nutzerschichten und Anwendungsfelder gerecht werden ­ und dies an allen Orten der Erde (und in Teilen des Weltraums) und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Neue Technologien betreffen Daten und Inhalte, die sich selbst noch besser beschreiben (Stichwort: Semantisches Web), verlässliche Sprach- und Bildverarbeitung, sowie neue Interaktions-, Übertragungs- und Sicherheitskonzepte. Dazu gehören aber auch branchenübergreifende und branchenspezifische Plattformen mit standardisierten Anwendungskonzepten. Besondere Aufmerksamkeit verdienen große, die ganze Welt umfassende, heterogene Informatikinfrastrukturen (so genannte Ultralarge Systems), die nicht mehr zentral geplant werden können, sondern verteilte kooperative Entwicklungsansätze erfordern.

Informatikerinnen und Informatiker müssen den technischen Fortschritt ihres Feldes richtig einschätzen und umsetzen. Sonst sind sie weder in der Lage, den Anwendern attraktive Produkte oder Dienste anzubieten, noch haben sie eine Chance im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
10:00 Uhr Prof. Dr. Harald Heinecke
Geschäftsführer BMW Car IT GmbH
Intelligente Mobilität erfordert durchdachte Strukturen und vorausschauende IT

Der Ausbau der Anforderungen wie Fahrer Assistenzsysteme, Komfortfunktionen, aktive und passive Sicherheit, Antriebseffizienz sowie auch sich ständig weiterentwickelnde gesetzlichen Anforderungen sind neben der technologischen Weiterentwicklung des vernetzten (IT) Umfeldes der Fahrzeugumgebung die Haupttreiber für die stark ansteigende funktionale Integration im KFZ. Dabei ist zu beachten, dass die steigende Vernetzung von Fahrzeug on board und off board Funktionalität effektiv ein erweitertes Funktionsnetz darstellt, welches die geometrische Grenze des Fahrzeuges bei weitem übersteigt. Weiterhin werden Funktionen durch höherwertige Funktionalität und verifizierte Daten ergänzt. Dies erfordert eine Prädiktion von Datenverfügbarkeit und Datenqualität, um dem Kunden die höherwertigen Dienste möglichst unterbrechungsfrei anzubieten. Die Fragestellung ist dabei weniger die einer IT im Überfluss, sondern vielmehr die Konzentration auf die wesentlichen Daten und die Generierung von bestätigter höherwertiger Information. Der Beitrag wird erläutern wie man sich auf diese Anforderungen durch geeignete Fahrzeug on board IT-Infrastrukturen wie z. B. AUTOSAR und eine Anbindung an die Umwelt vorbereitet.
10:30 Uhr Kaffeepause
11:00 Uhr Prof. Dr. Klaus Mainzer
Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie, TU München
Die Informatisierung der Wissensgesellschaft. Digitalisierung – Virtualisierung – Personalisierung

Die Informatisierung der Wissensgesellschaft vollzieht sich nach antiken-mittelalterlichen Vorstufen mit rasanter Beschleunigung in der Gegenwart. Hintergrund ist das exponentielle Wachstum von Computerkapazitäten, die eine Digitalisierung unseres Wissens in immer kürzerer Zeit und wachsendem Umfang ermöglichen. Mit Blick auf die nächsten 40 Jahre wird dieses Wachstum auch keineswegs, wie häufig zu hören ist, an die physikalischen Grenzen der Miniaturisierung stoßen. Ganz im Gegenteil werden sich mit den Gesetzen der Quanteninformation völlig neue Dimensionen der Rechen- und Speicherkapazitäten eröffnen. Zudem führen vomputererzeugte Medialität und Virtualität zu einer dynamisierten Bilderwelt, die menschlicher Imagination und Anschauung stärker entsprechen als textbasierte Information. Welche intellektuellen Fähigkeiten und Empfindungen werden aber durch Digitalisierung und Virtualisierung (nur bisher?) nicht erfasst, vernachlässigt oder ausgeschlossen? Wie orientieren wir uns in den komplexen Informationsnetzen der Globalisierung? Lost in the Net? Informationsnetze müssen intelligenter werden, um sich selbst adaptiv auf die Bedürfnisse ihrer Nutzer einzustellen. Der Vortrag zielt daher auf Selbstorganisation und Personalisierung von Informationssystemen als Herausforderungen der Zukunft. Philosophisch rückt mit Personalität und Individualität eine Dimension in den Mittelpunkt, die bisher von der Informatisierung ausgeschlossen schien.

11:30 Uhr Prof. Dr. Martin Welsch
IBM Deutschland Research & Development GmbH
IT Trends - Eine persönliche Sicht auf den IBM Global Technology Outlook

Forschung und Entwicklung haben traditionell in der IBM einen sehr hohen Stellenwert. Die Firma beschäftigt sich kontinuierlich mit der Einschätzung der wichtigen Trends und Entwicklungen in der IT-Industrie. Die Geschwindigkeit der Veränderungen ist nach wie vor sehr hoch und eher noch steigend. Andererseits zeichnen sich gleichzeitig - speziell auch in der Hardwaretechnologieentwicklung - Grenzen und Umbrüche ab, die die bekannten Extrapolationsmechanismen in Frage stellen. Vieles befindet sich im Umbruch; von Hardwareentwicklungen über Software und Services bis zur Nutzung des Webs. In diesem Vortrag werden einige dieser Entwicklungen vorgestellt, Veränderungen analysiert und zu erwartende Auswirkungen betrachtet.
12:00 Uhr Mittagspause
Buffet direkt vor dem Konferenzsaal
Falls Zeit ist, kann die Ausstellung der neuesten IBM Prozessorgeneration angesehen werden, die sich in unmittelbarer Nähe befindet.
13:00 Uhr Jochen Burkhardt
IBM Deutschland Research & Development GmbH
Demo: Vernetzung reale und virtuelle Welt im Alltag

Mit eingängigen Beispielen wird erläutert, welche Möglichkeiten die Verknüpfung von virtuellen mit realen Welten bieten. Sie sehen live, wie man mit einem virtuellen Haus das reale Gegenstück überwachen und sogar steuern kann.

13:30 Uhr Peter Zimmermann
Landesbeauftragter für den Datenschutz in Baden-Württemberg
IT im Überfluss - Entwicklungen und Herausforderungen aus der Sicht des Datenschutzes

Der Landesbeauftragte wird die gegenwärtige Situation des Datenschutzes und dessen künftige Entwicklung beleuchten und insbesondere über das Spannungsverhältnis zwischen den persönlichen Freiheitsrechten der Bürger und dem Anspruch des Staates auf Kenntnis von zahlreichen Bürgerdaten vor allem zu Sicherheitszwecken referieren. Manche Gesetzgebungsvorhaben der letzten Zeit scheinen die Befürchtung zu bestätigen, dass die notwendige Balance zwischen den Bürgerrechten und den vorgesehenen Eingriffen in diese Rechte nicht mehr gewahrt ist und die Datenbegehrlichkeit des Staates weiter zunimmt. Der Landesbeauftragte wird in diesem Zusammenhang unter anderem auf aktuelle Fragen zur Vorratsdatenspeicherung, zur Videoüberwachung und zur Online-Durchsuchung eingehen.
14:00 Uhr Prof. Dr. Arno Rolf
Fachbereich Informatik, Universität Hamburg
Über Schwarmintelligenz und Bangalore-Butler - Orientierungswissen für Informatiker?

Der Konstanzer Philosoph Jürgen Mittelstraß schlägt vor, an den Hochschulen die Vermittlung von Fach- bzw. Verfügungswissen um Orientierungswissen zu ergänzen. Während Verfügungswissen ein Wissen um Mittel, Methoden und Konzepte ist, kann Orientierungswissen verhindern, dass die Einbindung spezialisierten Wissens in seine Kontexte vernachlässigt wird. Durch Ergänzung des Experten- um Orientierungswissen sollen Kompetenzen zur Einordnung des eigenen fachlichen Handelns in historische, gesellschaftliche und ökonomische Zusammenhänge entwickelt werden. Nida-Rümelin nennt es die Stärke der Persönlichkeit, sich in unübersichtlichen Situationen zu orientieren und handlungsfähig zu bleiben.

Wir werden in diesem Vortrag Orietierungswissen im fachlichen Kontext der Informatik in den Blick nehmen. Am Beispiel der Entwicklung von Büro und Verwaltung unter dem Einfluss von IT wird erörtert, wie ein Curriculum Informatik um Orientierungswissen ergänzt werden kann.
14:30 Uhr Kaffeepause
15:00 Uhr Die nächsten 40 Jahre – Wohin bewegen wir die Informatik?
Moderierte Podiumsdiskussion mit Referenten der Veranstaltung

16:00 Uhr Prof. Dr. Stuart I. Feldman
President of the ACM, Vice President Engineering, Google Inc.
Directions in Computing and Computer Science

The content of computer science has been expanding for many years, and it continues to grow as new computing and application topics expand our horizons. This has implications for education, research, as well as jobs and careers. In addition, computing itself is changing because of the new hardware capabilities, software techniques, and algorithms. Even more, it is changing because of users' expectations and the desires needs of society.

This talk will give a view of these growing spheres of content and influence.
16:30 Uhr Prof. Dr. Harald Störrle
Vice Chairperson des German Chapter of the ACM
Abschluss der Veranstaltung